NOCHN PLATTFISCH – ganz anders

Schon wieder ein Plattfischrezept? Keine Bange, bald gibts andere Fische. Aber das hier ist ganz köstlich für den Sommer!

GEBACKENE FLUNDER MIT FENCHEL-ORANGENGEMÜSE UND SALZKAPERN

Fast schon ein Fischstäbchen

Eines vorweg: die Flunder, die auch Raubutt heißt, ist schwieriger zu filetieren als beispielsweise eine Kliesche oder Scholle. Ihre Haut ist tatsächlich wie grobes Schmirgelpapier, also nimm besser Dein Zweitlieblingsmesser, um sie einzuschneiden, zum von der Gräte lösen dann das Gute.

 

FENCHELGEMÜSE

2 Knollen Fenchel, entstrunkt und in feine Streifen geschnitten „NOCHN PLATTFISCH – ganz anders“ weiterlesen

TOM KA BUTT

Eine neue Plattfischgeschichte. Diesmal eine, die extra gut zu mir passt, weil sie so komisch klingt, aber was kann. Und die extra gut in diese Zeit passt, weil sie Heimat mit Fernweh verbindet und zeigt, das Fischgräten nicht in den Müll gehören. Viel Spaß beim Nachkochen – Bierchen oder Riesling dazu trinken! „TOM KA BUTT“ weiterlesen

BUTTBUDDA

STRANGEFOOD – Buttbudda

Immer, wenn ich in sozialen Medien gerade öffentlich als perverse Tierleichenschänderin beschimpft worden bin, bekomme ich Lust auf Strange-Food-Rezepte wie dieses. Natürlich bin ich nicht in dem Sinne Tierschützerin, wie die Beschimpfer*innen. Dennoch habe ich eine Meinung zum Thema Tiere essen, die auf andere Art schon im Sinne der Tiere ist, denke ich. Weniger Fleisch, auf Haltungsbedingungen achten, keine bedrohten Arten, alles verwenden, statt nur Filet zu essen. „BUTTBUDDA“ weiterlesen

WO KOCHST DU? Ein Einblick

Ich koche bei APOKALUEBKE. Das ist kein Ort- das ist meine Küche gegen den Weltuntergang. Hier werden Ideen und neue Wege gekocht, aber natürlich auch Essen.

Vor ein paar Tagen war ich mit den Fotograf*innen von Das Lichtbildstudio unterwegs, die in ihrem Reisblog entlang der Küste das Leben und Arbeiten einer Vielzahl von Chef-Alliance- und Fotografen-Kollegen dokumentiert haben, hier könnt Ihr mal kucken:  Meerfreiheit 

Weil es bei mir kein Restaurant gibt, keinen Garten, nicht mal ein schickes Empfangsbüro, hatte ich Mareike Suhn und Christian Geißler nicht  zum Fotografieren eingeladen. Bis ich die beiden in Hamburg beim Tag der nachhaltigen Gastronomie persönlich kennen gelernt habe. Nicht, dass ich mich gleich verliebt hätte – aber kennst Du dieses komische gute Gefühl, dass es okay ist, wenn jemand in Deiner Nähe ist? So war das und so habe ich sie gefragt, ob wir stattdessen einen Ausflug in mein Zigeunerleben machen wollen. Sagt man so bestimmt nicht mehr, entschuldigung, es ist romantisch und nicht ethnisch gemeint.

Ich sage gar nichts, außer dass es ein wundervolles Wochenende war, für das ich mich bedanken möchte bei Mareike und Christian, bei Diane und Alois und noch mehr bei meinen Eltern. Und hier ist das Video, dass ich selbst immer wieder kucke, weil ich mich selbst darin getroffen fühle, wie ich in echt bin* – wie selten gibt es sowas?

* das meine ich nicht, weil ich die ganze Zeit Wein trinke!

HELLO CHEF – EPILOG

Mein Fazit und ermutigende Gedanken für die Zukunft

  1. ALLES, was Menschen wieder zum selbst kochen bringt, was kochen zu etwas Freudvollem macht und den Bezug zum Lebensmittel wieder herstellt, ist gut.
  2. DIREKT VOM PRODUZENTEN, das ist gut! Noch besser ist, wenn der Produzent dicht an Deinem Lebensraum produziert.
  3. LEBENSMITTEL WEGWERFEN ist unmoralisch, ganz viel Plastikmüll aber auch.

Als kreativer Koch/Köchin fühle ich mich im Kochboxsystem nicht artgerecht gehalten. Es ist ein wenig wie mit grammgenauen Rezepten zu kochen – für mich keine Freiheit, sondern eher eine Einschränkung. Ich verstehe nicht, warum sich jemand eingeschränkt fühlt, weil ihm keiner sagt, was er machen soll. Für mich ist auch freie Speisenplanung und Einkaufen die größte Freude, aber ich verstehe, dass das nicht für jede*n so sein muss.

Aber Dir, Neuköchin und Kochboxfan wünsche ich viel Freude!

  1. Wenn diese Art der Anleitung Dich dazu bringt, gerne selbst zu kochen, so gönn Dir und mach weiter! Aber gönn Dir auch mal einen Spaziergang über den Wochenmarkt und lass Dich inspirieren. Genieße das als etwas Schönes, nicht als Stress. Es ist auch nicht teurer.
  2. Nimm Dein neues Köch*innen-Selbstbewusstsein und lass Dich in Deiner neu gewonnenen Freiheit vom Produkt leiten.
  3. Du hast viele neue Techniken gelernt – wende Dein Grundwissen unabhängig an oder wandle erst mal ab. Probiere Kichererbsen statt Bohnen, spitze statt runder Paprika, Lamm statt Schwein in die Klopse, Beten statt Möhren, Gerste statt Reis. Hab Spaß!
  4. Sieh Kochen als etwas, was Du möchtest, nicht als etwas, das Du musst, DAS wird man schmecken. Mach weiter!

Anmerkung: dies ist keine Werbung, sondern ein selbstkritischer Selbstversuch, in dem ich mich als Köchin mit der Koch-Box konfrontiere – out of MY box. Ich möchte niemandem den Spaß verderben und niemand soll beleidigt sein – es sind nur meine Gedanken. Kommentare willkommen!

 

Aus dem Logbuch Teil 3 – Schnitzel mit Zwiebel-Pfeffer-Sauce, Karotten und Kartoffeln

Beim dritten Rezept werde ich nervös, denn Amadeus ist in Österreich groß geworden. Er ist ruhig und humorvoll, aber beim Wiener Schnitzel hört’s auf. Gut, dass nicht das Wort „Wiener“ auf der Rezeptkarte stand. Dafür „Kampot-Pfeffer“ in der Zutatenliste, diesmal mit nur sieben verpackten Artikeln. Was das wohl sei, fragt er mich, ich vermute eine Sorte aus Kambodscha, sehe aber sicherheitshalber in der Infobox auf der Rezeptkarte nach. Dort steht „HELLO KARTOFFELN!“ und dass Kartoffeln satt machen und besonders viel hochwertiges Eiweiß enthalten. Das lasse ich mal so stehen. Bei dieser Rezeptkarte musste offenbar so einiges schneller gehen als normal. Neben einigen Schreibfehlerchen ist Broccoli statt Karotte auf dem Foto mit dem leicht fleckigen Besteck. Aber es gibt auch den Hinweis, dass es wegen Corona zu Zutatenänderungen kommen könne. Und wir wollen uns doch nicht den Spaß verderben lassen! Wir lachen viel über weiche Möhren, Mehlverschwendung und Mayonnaise als Ei-Ersatz und am Ende ist dies doch das beste von den drei dieser Essen aus der Box.

Trotzdem wünsche ich mir danach ein echtes Schnitzel von Amadeus, meinem Freund, selbst eingekauft, mit echtem Ei, Kartoffeln und Gurke von hier, ohne Stoppuhr, in Freiheit und mit Liebe.

HELLO CHEF – DANKSAGUNG

Mein erstes Mal, wie es dazu kam und warum es nicht ohne Amadeus geht

Schon vor einigen Jahren, als Hello Fresh noch ein Startup und ich noch ein richtiger Restaurantkoch war, hat mir eine Freundin eine Probe-Box geschenkt. Das Auspacken war eine wahre Freude, genau wie dieses Jahr. Die Vereinbarkeit mit meinem Terminkalender war schon schwieriger, „HELLO CHEF – DANKSAGUNG“ weiterlesen

HELLO CHEF – PROLOG

Out of MY box –Selbstversuch einer Köchin mit Hello Fresh

Meine erste Ausbilderin, die Modistin-Meisterin Eva Emilia Kaiser, sagte oft vor einem Haufen Altpapier: „Das ist aber ein schöner Karton!“. Da sie sonst eine eher freudlose Zeitgenossin war, wunderte mich das. Mein Großtante Erika, die im Krieg Krankenschwester in Bremen war, hatte in jedem ihrer zahlreichen Hand-Täschchen einen Kugelschreiber, einen Kamm, einen Nagelknipser, eine Sicherheitsnadel und drei millimetergenau zusammengefaltete Plastikbeutel von verschiedener Größe. Auch das hielt ich für einen kriegsbedingen Spleen, genau wie die zwei Umverpackungen Toilettenpapier, in Kleidersäcken verstaut unterm Bett bei den Schnapsflaschen. Getrunken hat sie nie, aber wer weiß. Nachdem sie starb, hatte ich vier Jahre lang feinste englische Lavendelseife, die überall zwischen ihrer wollenen Unterwäsche und dem Tafel-Leinen verborgen war. Heute kann ich beide verstehen. Als weitgehend plastikfrei und zu Fuß einkaufender Mensch ist man schließlich nicht mehr ständig von Tüten und Kartons umgeben. So hüte ich inzwischen ebenfalls „schöne“ Plastikbeutel und Kartons wie etwas Gekauftes, reise nie ohne Vakuumbeutel, sammle Spargelgummis, bis sie brüchig werden und besitze sogar einen Hacken-Porsche.

Als vor drei Wochen das erste „Hello Fresh“- Paket kam, dachte ich: „So ein schöner Karton!“. „HELLO CHEF – PROLOG“ weiterlesen

PROTAGONIST WEIN 4

FAUST AUFS AUGE

Heute ist ein schöner Tag. Eine neue Runde von PROTAGONIST WEIN* beginnt. Diane Boldt hat mir eine Flasche Rosé vom Weingut Faust ausgesucht, den ich probieren und dazu kochen soll.

Weil ich mir einbilde, dass ich so besser riechen kann, trinke ich Wein immer ohne Brille. Aber heute ist so ein heller Tag, dass ich ohne Brille lesen kann. Darum habe ich aus Versehen etwas Kleingedrucktes auf dem Etikett gelesen, was doch bei Protagonist Wein verboten ist: Martinsthaler Wildsau. „PROTAGONIST WEIN 4“ weiterlesen

GESCHICHTEN vom PLATTFISCH 1

Die Kliesche ist ein Butt, wie eine Scholle, nur etwas kleiner und sie fühlt sich rauher an. Nicht ganz wie eine Flunder. Ich habe sie im Rahmen meiner Plattfischgeschichten kennen gelernt und viele verschiedene Dinge daraus gekocht. Hier ein Appetithäppchen! Leider nur online, aber mit Anleitung zum Nachmachen.

Sashimi von der Kliesche mit bunten Tomaten, Meerrettich und seinem Grün

Idee: wer richtig frischen Fisch hat, kann ihn roh essen. Hier ist die Kliesche ein bisschen japanisiert durch die Schnitttechnik, statt Wasabi verwende ich aber hiesigen Meerrettich, die Tomaten geben sommerliche Frische. Wenn Du selbst filetierst, vergiss nicht, eine Suppe aus den Karkassen zu machen!

Gräten- und hautfreie Filets von 2 Klieschen

1 Knoblauchzehe, sehr fein geschnitten

4 bunte Tomaten, hauchdünn geschnitten

Gutes Olivenöl, Meersalz, Pfeffer

Saft einer Limette

Frische Meerrettichwurzel und Meerrettichblätter

Alternativ Kresse, Dill, Koriander oder andere frische Kräuter

Tomaten wie ein Carpaccio ausbreiten und mit Olivenöl beträufeln, Fisch und Knoblauchscheibchen darauf schön verteilen. Den Limettensaft vor allem auf den Fisch geben und zwei Minute ziehen lassen, damit die Säure ihn etwas angart. Erst ganz zum Schluss mit Kräutern, geriebenem Meerrettich, Meersalz und frischem Pfeffer bestreuen und genießen.

Tipp: Meerrettich kann man auch im Topf auf dem Balkon halten (im Garten nicht ohne Rhizomsperre, er hat ein sehr einnehmendes Wesen!). Er überlebt den Winter und hat von Frühling bis Herbst grüne, dezent scharfe Blätter, die jeden Salat verfeinern. Wie man an eine Meerrettichpflanze kommt: einfach einen Rest Meerrettichwurzel in die Erde stecken und etwas feucht halten.

2 Personen als Vorspeise/Einfach/10 Minuten/roh/nocarb/roottostem

 

 

Guten Appetit!

 

 

 

@apokaluebke

DER LETZTE SPARGEL

Am 24. Juni ist Spargelsylvester – wie die Zeit vergeht! Zum Schluss noch mal was richtig Schickes:

Steaks vom Damwild mit gedünstetem Spargel und karamellisierten Kräuterseitlingen

Spargel und Rotwein? Spargel und Wild?

Beides klingt erst mal ungewöhnlich – ist aber möglich. Hier ein Beispiel, „DER LETZTE SPARGEL“ weiterlesen