TIEFKÜHL-FRISCH-PIZZA-HYBRID-BAUSATZ: do your own fast food!

16. Mai: Ich habe den Christbaum abgeschmückt. Zwar war unser Familien-Essen erst Mitte Februar, aber dennoch – es ist irgendwie zu spät um sich so richtig zu freuen, dass man was geschafft hat. Ich habe keine Zeit für sowas. Für so Vieles habe ich keine Zeit. Oft frage ich mich, wie all die anderen Menschen es hinbekommen, neben der Arbeit ihren Haushalt in Ordnung zu halten. Die, die immer glänzende Wasserhähne, Esstische ohne Weinflecken, staubfreie Bücherregale und niemals Spinnweben haben. Ich habe fast immer von allem ein bisschen und das, obwohl ich nicht von mir behaupten kann, mich ausreichend um meine Freunde und Verwandten zu kümmern. Die haben sich schon dran gewöhnt. Meine Wohnung gewöhnt sich nicht daran.

Zum Kochen dagegen finde ich fast immer Zeit, spätestens nachts. Möglicherweise besteht da ein klitzekleiner Zusammenhang, denn warum wäre sonst immer irgendwo Mehl, Krümel und Eigelb im Bett und Tomatensauce auf den Schuhen? Das alles wäre natürlich austauschbar gegen einen gigantischen Stapel Pizzakartons neben dem Bett – wenn ich nicht so geizig und narzisstisch wäre, lieber selbst zu kochen, egal wann und in welchem Zustand. „TIEFKÜHL-FRISCH-PIZZA-HYBRID-BAUSATZ: do your own fast food!“ weiterlesen

Kuzhina autentike gjermane-shqiptare

Ein echt authentischer Menü-Abend von zwei Chef Alliance Köchen, sieben Gänge aus deren sehr unterschiedlicher Heimat – Albanien (Bledar Kola) und Deutschland (Luka Lübke)

Logbuch von Luka Lübke

Foto: Marta Urbanelis

Bremen, Freitag 23.50 Uhr

Ich packe in meinen Koffer zwei Kilo Wildschweinknipp (Lohmanns Wildspezialitäten), je eine Flasche Leindotter- und Kürbiskernöl (Wesermühle), ein schönes Stück Gekräuterten Kamm vom bunten Bentheimer Schwein (Kalieber), eine Tüte voll Matjes (Tetzke) und eine Flasche Heidekorn (Grebhans). Das beste aus meiner Heimat eben. Von Produzenten, die ich kenne. Noch weiß ich nicht, WAS für ein Abenteuer diese Reise werden wird. Nur, dass ich noch fünf Stunden schlafen kann, bevor das Taxi zum Flughafen kommt. Ich bin vom Auswärtigen Amt nach Albanien eingeladen, um dort als kulinarische Botschafterin im Rahmen des Kulturaustauschprogramms Tetori Gjerman (Deutscher Oktober) die Küche meines Landes zu repräsentieren.

Gekräuterter Kamm vom Bunten Bentheimer, gibt’s bei Kalieber

„Kuzhina autentike gjermane-shqiptare“ weiterlesen