BUTTBUDDA

STRANGEFOOD – Buttbudda

Immer, wenn ich in sozialen Medien gerade öffentlich als perverse Tierleichenschänderin beschimpft worden bin, bekomme ich Lust auf Strange-Food-Rezepte wie dieses. Natürlich bin ich nicht in dem Sinne Tierschützerin, wie die Beschimpfer*innen. Dennoch habe ich eine Meinung zum Thema Tiere essen, die auf andere Art schon im Sinne der Tiere ist, denke ich. Weniger Fleisch, auf Haltungsbedingungen achten, keine bedrohten Arten, alles verwenden, statt nur Filet zu essen.

Ich respektiere, wenn Menschen Ekel davor empfinden, bestimmte Lebewesen zu essen. Fische, bei denen man die Augen sieht oder bestimmte Körperteile wie Hoden, Zunge oder innere Organe. Wahrscheinlich sind wir unterschiedlich aufgewachsen. Ich finde zum Beispiel weiße Schokolade absolut ekelhaft. Den Wunsch, auf Patisserie-Profilen spazieren zu gehen und dort herum zu urinieren, habe ich aber nicht.

Mein neuestes Strangefood heißt Butt-Budda. Es fing an mit vier Plattfischen, über die ich gerade eine Foto-Geschichte mache. Zwei davon musste ich noch ausnehmen, davon gibt es auch ein schickes Video, ich zeige es nicht, es ist besser so.

Einen Teil des Inneren, also die Gedärme, wirft man natürlich weg. Was bleiben kann ist der Rogen und die Leber, beide sind wahre Omega-3 und Vitaminwunder. Man kann sie braten und gleich essen oder – falls einem morgens um acht noch nicht danach ist – zu einer wunderbaren Butter verarbeiten:

 

1 Teil Fischleber und Rogen (Fischmilch geht natürlich auch)*

1 Teil Butter

1 Teil Zwiebeln in Streifen

Ein paar Salbei- Majoran- oder Rosmarinblätter

Salz, Pfeffer, Zitronenabrieb, Muskat, Chipotle oder andere Lieblingsgewürze

foto@apokaluebke

Butter etwas erwärmen und alle Zutaten darin langsam gar ziehen lassen – nicht bräunen. Wenn die Tierteile durchgegart sind, alles pürieren und kaltrühren. Auf diese Art und Weise wird die Butter relativ fest, erst bei Zimmertemperatur kann man sie aufs Brot streichen. Wenn sie gekühlt streichfähig sein soll, am Ende einen Schuss Sahne hinein pürieren.

Brotaufstrich ist eine Sache, zu der sie taugt, auch deliziös ist sie aber in Spaghetti, zum gegrillten Fisch, als Basis für eine weiße Fischsauce, ein Frikassee oder zum Schluss in eine cremige Fischsuppe püriert.

Und? Jetzt mal Budda bei die Fische!

*an dieser Stelle möchte ich keine Kommentare zum Thema Molkerei hören, echt nicht.

Ich beim Schänden – hard work! Eins meiner Lieblingsbilder von @daslichtibildstudio

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